Video on Demand – Revolution durch Netflix?!

Seit über 10 Jahren tummeln sich viele Online Videotheken und Video-Streaming Anbieter auf dem Markt. Doch den richtigen Durchbruch, der in anderen Ländern wie den USA schon längst geschehen ist, gab es in Deutschland noch nicht. Woran liegt das und wie wird sich der Videomarkt weiterentwickeln? Welche Auswirkungen und Möglichkeiten hat dieser Markt für Werbetreibende?

Die momentane Situation ist mit Sicherheit nicht auf ein mangelndes Interesse der Konsumenten zurückzuführen. Nach einer aktuellen Studie ist der TV-Konsum die regelmäßigste Freizeitaktivität der Deutschen. Weiterhin sind bei der Generation unter 30 Jahren die neun häufigsten Aktivitäten durch Medien geprägt. Die Affinität zur Digital-Welt steigt stetig und kann somit auch kein Grund für den relativ geringen Marktanteil der Video on Demand-Anbieter sein. Dazu kommt, dass der Trend längst in die Richtung geht, dass man sich nicht mehr von einer TV Sendung diktieren lassen will wann man vor dem Fernseher zu sitzen hat. Stattdessen wird immer häufiger das Streaming-Angebot von Mediatheken und Ähnlichem genutzt. Immerhin jeder fünfte Internetuser nutzt VoD-Portale und zahlt dafür eine Pauschale. Für das Online-Streaming wird die ganze Bandbreite an Empfangsgeräten genutzt (Smartphones, Tablets, Computer und Smart-TVs).

Weiterhin kann man auf keinen Fall von einem zu geringem Film-Angebot oder zu hohen Preisen sprechen kann. Die Top-Anbieter wie Maxdome, Lovefilm, Sky Snap, Watchever und Amazon Prime Instant Video erheben monatliche Gebühren von unter 10 €. Maxdome bietet bei einem Preis von 7,99 € pro Monat eine Auswahl von 15.000 Filmen und 600 Serien.

Auf den ersten Blick ist das ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings sind aktuelle Filme und Serien meist nicht erhältlich oder kosten eine extra Gebühr, welche die Verbraucher abschreckt. Für die Betreiber ist diese Problematik nicht leicht zu lösen. Die Kosten für Rechte und Produktion sind sehr hoch. Durch die relativ geringen monatlichen Gebühren und die verhältnismäßig niedrigen Nutzerzahlen ist das eine schwierige Situation. Die Anbieter müssen sehr ausdauernd sein, um auf dem Markt Bestand zu haben und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein weiterer Punkt, der die Nutzer stört, ist die Tatsache, dass man mehrere Abos abschließen muss, um die komplette Palette seiner Lieblingsserien sehen zu können. Dadurch steigen die Kosten schnell von unter 10 € auf über 20 € pro Monat. Zu einer Kooperation der verschiedenen Anbieter wird es auf lange Sicht wohl nicht kommen.

Als ein weiterer „Big-Player“ steigt Netflix am 16. September in den deutschen VoD-Markt ein. Ob der Streaming-Markt dadurch einen neuen Schub bekommt, bleibt jedoch fraglich. Das amerikanische Unternehmen hat bereits in 40 Ländern Fuß gefasst, zählt 50 Millionen Nutzer und belegt zur TV-Primetime in den USA ein Drittel des Internetverkehrs. Das sind alles beachtliche Werte. Allerdings ist ein Durchmarsch in Deutschland eher unwahrscheinlich. Die Märkte sind zu unterschiedlich um sie eins-zu-eins übertragen zu können. Zu viele Faktoren wie Rundfunkgebühren, Nutzerverhalten usw. spielen eine Rolle. Weiterhin konnte der VoD-Riese nur begrenzt Filmrechte einholen, wodurch das Film- und Serienangebot, wie bei den Konkurrenten, eher beschaulich ausfallen wird. Allein die Rechte von Netflix eigens produzierter Serie „House of Cards“ liegen momentan bei Sky. 7,99 € soll das Portal im Monat kosten und liegt damit eher über dem Durchschnitt. Deshalb ist vorerst nicht mit einer „Eroberung im Sturm“ zu rechnen. Es ist davon auszugehen, dass Netflix nicht unter den Top 3 starten wird, sondern erst mal einen Fuß in die Tür setzt um den deutschen Markt zu beschnuppern und Daten zu sammeln. Dass es dabei nicht bleibt steht allerdings außer Frage. Allein in den kommenden 2 Jahren plant Netflix 20 neue eigene Serien zu produzieren.

7tv

Am Beispiel der 7TV-App lassen sich die Möglichkeiten für Werbetreibende in VoD-Portalen betrachten. Mit der im Juni erschienen App haben Nutzer die Möglichkeit das Programm der Sender ProSieben, SAT.1, Kabel eins, sixx, ProSieben MAXX und SAT.1 Gold auf ihrem Tablet oder Smartphone, auch unabhängig von der Tageszeit, zu sehen. Es werden klassische inpage Werbeformen sowie inStream Ads angeboten. Zur ersten Gruppierung stellt SevenOne Media Prestitials, Formatsponsoring und App Sponsoring (Splash Screen, Senderswitch und Menu) zur Verfügung. Zu den inStream Werbeformen gehören Opener, Closer und Reminder.

Als Fazit kann man sagen, dass der Streaming-Markt definitiv auf dem Vormarsch ist und früher oder später auch in Deutschland seinen Durchbruch finden wird. Für Werbetreibende bieten die verschiedenen Portale attraktive Platzierungsmöglichkeiten, welche man durch das Wachstum der Branche nicht außer Acht lassen sollte. Der Markt wächst und bietet damit für viele Kunden eine breite Basis an Werbemöglichkeiten außerhalb aufwändiger und teurer TV-Platzierungen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Verhältnisse von TV zu VoD in den nächsten Jahren verschieben werden und wie Werbetreibende damit einhergehend ihre Budgetverteilungen neu planen müssen.

Quellen:

http://www.cloudsider.com/video-on-demand

http://www.goldmedia.com/blog/2013/12/trendmonitor-2014-video-on-demand-in-deutschland-kommt-trend-ausblick-zu-vod-von-klaus-goldhammer/

http://www.freizeitmonitor.de/de/zahlen/daten/statistik/freizeit-aktivitaeten/2014/fernsehen-radiohoeren-telefonieren.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article131853175/Netflix-wird-das-Fernsehen-in-Deutschland-veraendern.html

http://meedia.de/2014/09/01/enttaeuschung-on-demand-tv-deutschland-vor-dem-netflix-start/

https://www.sevenonemedia.de/c/document_library/get_file?uuid=44beb02d-89ed-4f8a-a654-14ad4039897a&groupId=10143

https://www.sevenonemedia.de/c/document_library/get_file?uuid=267b3746-10e4-46d7-8952-3ca0f1b92a4a&groupId=10143

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