Die Entwicklung von mobilen Geräten in den kommenden Jahren – Divergenz oder Konvergenz?

Im Rahmen des Mobile World Congress 2014 in Barcelona (24. – 27. Februar 2014) haben wir uns die Frage gestellt, wie der Markt der mobilen Geräte in den nächsten Jahren aussehen wird. Welche Geräte setzen sich durch; wo und wann wird der User am besten erreichbar sein?  Noch herrscht weitestgehend die Meinung, dass der ungebremste Anstieg von Smartphone und Tablet Verkäufen die ganze Technologie-Branche  weiterhin gehörig umwälzen wird – und unser Privatleben gleich mit. Allerdings zeigen jüngste Statistiken und Prognosen, dass die eine oder andere Sparte der Endgeräte nicht der erwartete Heilsbringer ist.

Die Suche nach dem einen Modell

Die schiere Masse von Endgeräten und Betriebssystemen resultiert vor allem daraus, dass jedes Technologie-Unternehmen in diesem aufstrebenden Markt seinen persönliches Kleinod und Allheilmittel zur strauchelnden PC Branche sieht. Jedes Stück des Kuchens ist hart umkämpft und viele Unternehmen befinden sich in einer Test Phase, welches Endgerät sich letztendlich am besten verkauft. Gut zu sehen ist dies am Unternehmen Samsung, die mittlerweile gefühlt alle zwei Wochen ein neues Gerät bzw. ein Smartphone Modell in allen Variationen und Ausführungen  dem Publikum vorstellt. So gab es das letzte G  alaxy S4 Modell in vier unterschiedlichen Varianten (S4, S4 mini für Preisbewusste, S4 Active für Outdoor Aktivitäten, S4 Zoom für Foto Liebhaber). Seitens Samsung leistet man sich hier nichts weiter als teure Marktforschung. Wenn in diesem Februar der Nachfolger S5 vorgestellt wird, wird man sich die Verkaufszahlen der Vorgänger Modelle sehr genau angeschaut haben. Legt der User Wert darauf dass das Smartphone wasserdicht ist? Muss die Kamera auf dem aktuellsten Standard sein oder entscheidet am Ende doch der Preis für einen Großteil der Käufer? Die Antwort auf diese Fragen ist auch in den stärksten Features des Nachfolgers indirekt sichtbar.  Hersteller wie Sony, LG und HTC ziehen ebenfalls mit minimal und maximal  Varianten ihrer Topseller nach.

samsung

Nichts desto trotz lässt sich ein klarer Trend bei Smartphone Modellen erkenne. Die Displaygröße pendelt sich zwischen fünf und sechs Zoll ein. Die User nehmen die großen Displays mittlerweile gut an. Auch Apple hat dies erkannt und wird zukünftige Modelle auf eben jene Größe ausrichten. Tablets wiederum finden wider Erwaten einiger Analysten einen hohen Absatz im 7 und 8 Zoll Bereich. Die kleineren Modelle sind schlicht handlicher und mobiler als die größeren Tablet Varianten, welche sich wiederum nicht als vollwertiger PC Ersatz durchsetzen konnten. Hier scheint sich die technologische Umwälzung ein wenig verzockt zu haben. Die Größen zwischen Smarpthone und Tablet nähern sich kontinuierlich an, was darauf schließen lässt, dass User langfristig den Fokus auf ein Touch-basiertes Gerät legen.

Die Probleme des Tablet-Marktes

Das Tablet, noch vor zwei Jahren als das Gerät der Zukunft gefeiert, stagniert zurzeit in allen zukünftigen Prognosen im Vergleich zum Smartphone.  Die Gründe hierfür werden erst im Detail der Bereiche ersichtlich, welche das Tablets revolutionieren sollte: Lesen, Bewegtbild-Konsum und Arbeiten.

Lesen

Vor allem die strauchelnde Tagesszeitung-Branche sah im digitalen Lesen Fluch und Segen zugleich für die schwindende Leserschaft. Doch obwohl jede Tageszeitung und jedes namenhafte Magazin einen oft mehr oder minder innovativen, digitalen Ableger für Apple und Android Tablets entwickelt hat, blieb der große Ansturm bisher aus. Noch immer sprechen die Herausgeber weniger über konkrete Zahlen als über sichtbare Tendenzen, was nicht gerade für die Verkäufe der digitalen Ausgaben spricht. Verständlicherweise ist dies bei einer Zielgruppe, die oft einige Stunden täglich an einem Bildschirm arbeitet und dazwischen dann doch eher auf altbewährtem Papier liest, um die Augen nicht noch weiter zu strapazieren. Dies erklärt auch, dass E-Book Reader bei den Deutschen weiterhin hoch im Kurs stehen, obwohl sie von der Branche im Kampf mit den Tablets schon längst abgeschrieben waren. Aller Innovation zum Trotz, scheinen Ableger altbekannter Printtitel weniger gut zu funktionieren als vorhergesagt. Anstatt dessen erschließen sich im Netz und auf Smartphones gänzlich andere Kommunikationsarten, sei es visuell (Instagram, Vine) oder in Textform (Twitter, Flipboard). Kurz gesagt, die User tendieren zu kürzerem, schnellerem und vielseitigerem Lesen.

 ereader

Quelle: Statista

Bewegtbild-Konsum

Ein größerer Bildschirm – Mehr Sehvergnügen. Was innerhalb von Smart-TV Absätzen ein durchaus handfestes Argument darstellt, findet überraschenderweise im mobilen Segment nicht statt. So stellten große amerikanische Streaming Dienste wie Netflix und Hulu aus den USA fest, dass ein Löwenteil der mobilen Nutzung eben nicht auf die Tablets mit größerer Bildschirm Diagonale fällt, sondern auf Smartphones. Auch hier greift wieder das Argument, dass moderne Smartphones mit ihren stetig größer werdenden Displays und Full HD Auflösung immer weniger Nachteile gegenüber Tablets haben. Zudem ist es schlichtweg bequemer in der Straßenbahn das Handy zu zücken, anstatt dauerhaft mit zwei Geräten zu hantieren. Auch abends im Bett schaut sich ein Film-Trailer auf YouTube schneller und bequemer auf dem Handy.

Bleibt noch die Couch. Hier wiederum möchten Nutzer viele dann doch eher über den Großbild-Fernseher längerfristig schauen anstatt ein Tablet für zwei Stunden in der Hand zu halten. Zudem macht die rasante Entwicklung von kabellosen Streaming (über Google Chromecast, Apple TV usw.) es den Usern angenehm einfach digitalen Content auf den Fernseher zu übertragen. Auch dies funktioniert problemlos über das Smartphone.

Paradoxerweise wird das Tablet von der Streaming-Technologie, welche es eigentlich weiter ausbauen sollte, nun selbst überholt und verschlungen. Die Schnittstelle zwischen TV und Smartphone ist einfacher denn je, für ein Tablet scheint hier kaum mehr Platz zu sein.

Arbeiten

Die ultimative Schnittstelle zwischen Arbeits-PC und Tablet. Nicht mehr und nicht weniger wollte Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows 8 erreichen. Jüngste von Microsoft veröffentliche Verkaufszahlen zeigen, dass man den hohen Erwartungen hinterher hingt. Man liegt im Vergleich deutlich hinter den Verkäufen von Windows 7 zurück. Zu komplex für Einsteiger. Zu unausgereift für erfahrene Benutzer. Seit der Veröffentlichung von Windows 8 hielten sich diese Kritikpunkte stetig und auch ein großes Update auf die Version Windows 8.1 konnte die wenigsten umstimmen. Die Vielzahl von Convertible-Notebooks der Hersteller, die speziell auf das neue Betriebssystem ausgerichtet waren, konnte ebenfalls nicht überzeugen. Zu schwer und unhandlich für den mobilen Einsatz griffen die die Käufer eher zu dünnen und leichten Ultrabooks. Analysten sagen voraus, das Microsoft für die Nachfolger Version Windows 9 einen erneuten Umbruch der Oberfläche plant.

Nun würde es man sich zu einfach machen Microsoft die Schuld dafür zu geben warum mobiles Arbeiten auf touch-basierten Oberflächen noch keinen vollwertigen Ersatz darstellt. Die meisten Office basierten Apps bzw. Ableger prominenter Arbeits-Software wie Photoshop Touch wirken nur bedingt intuitiv bedienbar. Die einfache Wahrheit ist, dass ein Touchscreen in Sachen Komplexität und Schnelligkeit die Maus und Tastatur Kombination noch nicht zu ersetzen vermag.

Fazit

Schaut man sich Entwicklungen des mobilen Marktes an, werden zwei deutliche Trends ersichtlich. Das Smartphone wird die führende und treibende Produktkraft bleiben, während andere Sparten weiterhin leicht ansteigen werden (Tablets, E-Book Reader) oder sich auf bestimmte Zahlen einpendeln (PC Branche). Der Endverbraucher zielt vor allem auf Konvergenz ab, er möchte mit einem Gerät so einfach und umfangreich wie möglich digital aktiv sein.

Der mobile User der Zukunft wird also noch enger, noch umfangreicher mit seinem Smartphone verknüpft sein. Es wird das eine Gerät sein, was den Haushalt steuert und den täglichen Informations- und Nachrichtenbedarf liefert und unseren täglichen Bedarf an Medienkonsum stillt.

prognose

 Quellen:

http://t3n.de/news/windows-8-geschichte-desasters-529630/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/208132/umfrage/weltweiter-umsatz-apps-fuer-smartphone-vs-tablet/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/256337/umfrage/prognose-zum-weltweiten-absatz-von-tablets-pcs-und-smartphones/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/253941/umfrage/penetrationsrate-von-smartphones-tablets-iptv-in-deutschland/

http://www.mobileworldcongress.com/

http://galaxys4-familie.samsung.de/#section-galaxy-s4-familie

http://stadt-bremerhaven.de/so-viele-smartphones-tablets-haben-die-deutschen-2013-angeblich-gekauft/

http://imgriff.com/2014/02/24/ultrabook-vs-tablet-wie-sieht-das-mobile-arbeitsgeraet-der-zukunft-aus/

http://www.vdz.de/presse-singlenews/news/print-versus-digital-schlacht-von-gestern/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/170040/umfrage/einstellung-zur-nutzung-von-e-books/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/241990/umfrage/bewegtbild-nutzung-nach-geraetetyp-und-altersgruppen/

http://winfuture.de/news,80311.html

 

 

 

 

 

 

 

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