Facebook: Was wäre wenn…?

Letzte Woche hat eine Studie zweier Wissenschaftler der Princeton Universität in New Jersey, die Facebook mit einer Epidemie vergleicht, für Aufsehen gesorgt. Die Wissenschaftler haben via Google Trends die Suchanfragen nach „Facebook“ auf Google in den letzten Monaten und Jahren analysiert.

Dabei fielen bei der Wachstumskurve Parallelen zur Verbreitung von Epidemien auf – die „Ansteckung“ erfolgt wie bei Krankheiten über den Kontakt mit Freunden, die schon Mitglied bei Facebook sind und somit das „Virus“ übertragen. Nach einer gewissen Zeit entwickelt sich laut der Studie allerdings eine Immunität und die Krankheit stirbt aus. Bei Facebook soll dies nun in 3 Jahren der Fall sein, da laut dem zu Grund gelegten SIR-Modell   80% der Nutzerschaft Facebook wieder verlassen haben.

Nachdem Facebook bereits wenige Tage danach mit einer ähnlich aufgebauten „Studie“ humorvoll gekontert hatte – es sagte voraus, dass Princeton, basierend auf dem SIR-Modell im Jahr 2021 keine Studenten mehr hätte – erschienen im Börsenreport diese Woche beeindruckende Zahlen.

Die Gesamteinnahmen von Facebook betrugen 2013 5.8 Milliarden Euro, was einen Zuwachs von 55% beträgt. Selbst der Nettogewinn lag noch bei 1.1 Milliarden Euro. Doch nicht nur monetär ist Facebook gewachsen, auch die Nutzerzahlen haben sich entgegen diverser Berichte gesteigert. Monatlich weist Facebook nun 16% mehr aktive Nutzer aus als 2012, nämlich insgesamt 1.23 Milliarden. Außerdem nutzen 945 Millionen Menschen Facebook monatlich auch mobil, was einen Anstieg von 39% im Vergleich zu 2012 ausmacht.

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Einnahmen aus mobiler Werbung auf Facebook haben speziell seit dem Börsengang einen rasanten Aufschwung bekommen und sind im Vergleich zu Q4 in 2012 nach eigenen Angaben um über 300% gestiegen. Erstmals machen Einnahmen aus mobiler Werbung sogar einen größeren Anteil aus als die aus Desktop-Werbung.

Prinzipiell ist die Überlegung, was wäre wenn Facebook wirklich wie eine Epidemie irgendwann ausstirbt gerade für Werbungstreibende sehr interessant – zwar sollen zur Zeit nur ca. 5% des Marketingbudgets vieler Konzerne in Facebook investiert werden, doch die Zahlen beweisen dass der Anstieg rasant ist. Insbesondere die Targetingmöglichkeiten auf Interessenebene, die Facebook bietet sind so umfangreich und zielgenau wie auf kaum einer anderen Plattform, da „Gefällt mir“ Angaben der Nutzer die Datenbasis dafür bilden.

Was wäre nun, wenn Facebook in drei Jahren wirklich nicht mehr existiert? Erlangt Facebook das gleiche Schicksal wie Myspace? Wird es irgendwann einfach durch ein anderes Netzwerk ersetzt? Wohin dann mit den ganzen Budgets, die eigentlich auf Facebook eingesetzt werden sollen?

Man kann nur spekulieren, dass Netzwerke wie Twitter, das bereits detailliertes Targeting anbietet, oder Google Plus, welches zurzeit noch werbefrei ist, irgendwann ähnliches Werbepotenzial wie Facebook haben. Auch speziellere Plattformen wie Pinterest oder Xing könnten Teile der Einnahmen von Facebook abgreifen, würde dieses nicht mehr existieren. Sicherlich würden sich die Werbeausgaben auf andere ähnliche Kanäle, oder vielleicht sogar ein zukünftiges Produkt, das wir heute noch gar nicht kennen, verteilen.

Werbung in sozialen Netzwerken würde also mit einem Untergang Facebooks wahrscheinlich nicht aussterben, sondern nur anders strukturiert sein. Neue Technologien werden am laufenden Band entwickelt und solange das Netzwerk stetig zum Gefallen und Mehrwert der Nutzer weiterentwickelt wird, werden die Einnahmen bei Facebook sicherlich nicht ausbleiben.  Twitter weitet seine Möglichkeiten zwar auch immer weiter aus, positioniert sich im Markt allerdings eher als Informationsplattform und nicht als Soziales Netzwerk. Genau deswegen macht es für viele Werbungstreibende also auch in der Zukunft auf jeden Fall Sinn in verschieden Netzwerken zu werben um auf einfache Art und Weise aus vielen Nutzern die richtige Zielgruppe auszuwählen.

Es bleibt abzuwarten wie sich Nutzerzahlen entwickeln und welche neuen Netzwerke aus allen Teilen der Welt auf uns zukommen. Facebook allerdings  mit einer aussterbenden Epidemie zu vergleichen, wie es die Princeton Wissenschaftler getan haben, scheint auf Basis der aktuellen Zahlen im Moment zu weit hergeholt zu sein.

 

Quellen:

http://www.theguardian.com/technology/2014/jan/22/facebook-princeton-researchers-infectious-disease

http://t3n.de/news/facebook-studie-seuche-524361/

http://mashable.com/2014/01/23/facebook-princeton/

http://de.statista.com/infografik/1293/umsatz-von-facebook-nach-segmenten/

http://allfacebook.de/zahlen_fakten/q4-2013

 

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