Pop-Up Shops & ihre Vorteile für Unternehmen

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In den kommenden Wochen wird, für viele Menschen, das Weihnachts-Shopping wieder einmal im Mittelpunkt stehen. Trotz wachsender Popularität von Online-Shoppingportalen wie Amazon, Zalando und Co. werden die Innenstädte und lokalen Geschäfte auch in diesem Jahr mit größter Wahrscheinlichkeit überfüllt sein. Für Überraschung beim alljährlichen Weihnachtsbummel könnten in diesem Jahr die sogenannten Pop-Up Shops sein. Kleine Geschäfte oder Verkaufsflächen, oft individuell und außergewöhnlich gestaltet, welche ohne Ankündigung in belebten Verkaufsarealen für kurze Zeit postiert sind. Ob es sich hierbei nur um einen kurzfristigen Trend handelt und welchen Effekt der Pop-Up Store auf eine Marke und Produkt haben kann, zeigen die Kollegen von Annalect in ihrer Studie Adding a New „Pop“ to Shopping (November 2013).

Die ersten Pop-Up Shops (PUS) erschienen bereits vor ca. 10 Jahren, doch in Folge digitaler Trends wie Augmented Reality, Awareness durch Social Media oder mobilen Applikation bieten sich für Produkte und Marken interessante, neue Vertriebs- und Werbemöglichkeiten innerhalb der PUS Idee. So eröffnete O2 im November 2013 einen virtuellen Pop-Up Shop auf Facebook, welcher 70 Tage lang das Weihnachtsgeschäft auf Facebook befeuern soll. Der Shop hat täglich von 08:00 – 22:00 Uhr geöffnet und bietet Facebook Nutzern die Möglichkeit mit Kundenberatern über E-Mail und (Video)Chat in Kontakt zu treten. O2 eröffnet sich dadurch nicht nur einen neuen Vertriebsweg als vielmehr ein interessantes Konzept mit Social Media Nutzern näher in Kontakt zu treten und das eigene Image zu stärken.

Doch ab wann ist ein PUS für eine Marke generell relevant? Annalect listet vier Hauptkriterien hierfür auf, basierend auf unterschiedlichen Ausgangslagen.

1) Neue Marken

Neue Marken profitieren vor allem vom Überraschungseffekt, der von PUS ausgeht. Shops die in gewohnter Umgebung aus dem Nichts auftauchen, sorgen für anfängliche Neugierde bei Passanten und eröffnen dadurch erste Berührungspunkte zwischen dem Kunden und der Marke / dem Produkt.

2) Web-basierte Marken

Web-Stores benötigen auf den ersten Blick zwar keine physischen Verkaufsflächen, allerdings bietenPUS die Möglichkeit einen ersten persönlichen Kontakt zur Kundschaft herzustellen sowie langfristig den Traffic zur Webseite zu stärken oder zu festigen.

3) Etablierte Marken

Bereits bekannte Marken stehen oft vor der Herausforderung PUS möglichst innovativ zu gestalten oder durch exklusive Angebote zu bestücken um nicht in Konkurrenz zu den eigenen, langfristigen Geschäftsstellen zu stehen. Prominentes Beispiel ist hierfür Apple, die am Veröffentlichungstag des iPad 2 kurzfristig einen Store in Austin, Texas eröffneten. Das Geschäft war für zwei Wochen geöffnet, trug zum Absatz des neuen iPad´s bei und generierte zusätzliches Aufsehen für die Marke und das Produkt.

4) Saisonale Produkte

Saison-bedingte Geschäftsmodelle profitieren vor allem von der grundsätzlichen Idee eine Geschäftsstelle temporär und flexibel zu eröffnen, anstatt eine Verkaufsfläche über einen längeren Zeitraum anzumieten.

Auswertung der Studie

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Kernidee sowie Alleinstellungsmerkmal der PUS das überraschende Auftauchen der Verkaufsflächen ist. Über die Hälfte der Befragten (57 %) gaben an, per Zufall mit PUS in Berührung gekommen zu sein. Nur jeweils knapp ein Fünftel der Befragten hatte dagegen über das Internet bzw. von Bekannten davon erfahren. Dabei wurden am meisten PUS besucht, welche Kleidung, Schuhe und/oder Accessoires anboten (23 % der Befragten). Auf die Frage, welche Erfahrung nach dem Besuch eines PUS überwiegt, gaben 67 % der Befragten an, dass es eine tolle Möglichkeit sei neue Marken, Produkte und Services zu entdecken und 55 % fügten hinzu dass dies auch für das Wiederentdecken einer bereits bekannten Marke der Fall ist.

Vergleicht man die Gründe warum Menschen sich entscheiden einen PUS zu besuchen sagen jeweils über ein Fünftel der Befragten, dass Sie neue Produkte und/oder Service kennen lernen wollen (26 %), vom ansprechenden Design eines PUS angezogen werden (24 %) und die grundsätzliche Erfahrung genießen (21 %). Menschen die sich gegen den Besuch eines PUS aussprachen, begründeten dies mit großer Mehrheit (42 %) damit, lieber herkömmliche und bekannte Geschäfte bzw. Online-Shops aufzusuchen. Ein Punkt der auch von Annalect näher beleuchtet wurde. In diesem Zuge wurde die Zielgruppe angehalten sieben verschiedene Kategorien (einzigartige Produkte, exklusive Produkte, Erfahrung, Qualität der Produkte, Preis/Leistungsverhältnis, Schnäppchen sowie Entdecken neuartiger Produkte) jeweils drei Geschäftsmodellen (PUS vs. In-Store vs. Online) zuzuordnen. Hierbei konnte der PUS in keinem Statement einen Vorteil gegenüber den anderen beiden Modellen erzielen. Zumindest in den Kategorien einzigartige Produkte, exklusive Produkte und dem Entdecken neuartiger Produkte sehen die Befragten die PUS vor den lokalen In-Stores. Gegenüber dem Online-Shop stellt der PUS allerdings in keiner Kategorie eine besser Alternative dar.

Fazit

Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Schluss, dass PUS ein gutes Instrument sein können um aufregende Berührungspunkte zwischen Kunden und der Marke / dem Produkt herzustellen. Dabei legen Kunden vor allem mehr Wert auf den Aspekt des Entdeckens und Ausprobierens und weniger dem tatsächlichen Kaufprozess. Dafür stehen weiterhin lokale Geschäfte sowie Online-Shops im Fokus. Zur Weihnachtszeit bieten sich folglich also für viele Marken gute Möglichkeiten sich auf kreativer Weise von der Konkurrenz abzuheben, Produkte und Leistungen gekonnt zur Schau zu stellen sowie zusätzliche Aufmerksamkeit in regionalen wie überregionalen Medien zu generieren.

Quellen:

http://www.wuv.de/digital/o2_eroeffnet_pop_up_shop_auf_facebook

Studie Adding a New „Pop“ to Shopping (November 2013)

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